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Tomas Sauter "Double Life"

Der Bass schlägt wie das Herz
Der 1974 in Zürich geborene Jazzmusiker Tomas Sauter ist uns bisher vor allem als Gitarrist begegnet – beispielsweise im Duo mit dem Bassisten Daniel Schläppi. Gitarre unterrichtet er denn auch an der Hochschule der Künste in Bern. Seine zweite Liebe gilt indes dem elektrischen Bass. Mit ihm präsentiert er sich auf seiner jüngsten Produktion als Leader. Das Album «Mind Reader» hat er im Quartett mit dem kalifornischen Trompeter Ralph Alessi, der mit «Quiver» gerade sein ECM-Debüt gegeben
hat, mit Luzius Schuler an den Keyboards und Dominik Burkhalter am Schlagzeug vorgelegt. Bei den zehn Stücken des Albums handelt es sich um Kompositionen Sauters oder um – meist sehr kurze –Improvisationen des Quartetts. Die Musik erinnert an den Fusion-Jazz der frühen siebziger Jahre. Sie holt
auch Leute ab, die keine eingefleischten Jazzfans sind. Das liegt zum einen an den prägnanten Bass-Riffs – Sauter legt sich nicht als Solo-Virtuose ins Zeug, sondern spielt meist Ostinato-Figuren im Dienst der Sache –,zum andern an der gelassenen Freude, mit der Luzius Schuler auf dem Fender-Rhodes-Piano spielt. Wir hören satte Grooves und schwebende Collagen, wir freuen uns am Fünfvierteltakt des Titelstücks und den «Bendings» von Tomas Sauters Bass. Und über all dem liegt Ralph Alessis an Miles Davis erinnernde Trompete. Wunderbar! (pap.)
NZZ am Sonntag / CH 13.3.2016 
Der Schweizer Gitarrist, Komponist und Bandleader Tomas Sauter führt jetzt auch "offiziell" ein Doppelleben, hat er doch den E-Bass als für ihn wesentliches Instrument "entdeckt" und als Ergebnis seiner Erkundungen mit seinem Quartett die Aufnahme "Double Life" veröffentlicht. Mit seinem Landsleuten, dem Keyboarder Luzius Schuler (an dem Fender Rhodes) und dem Schlagwerker Dominik Burkhalter und Ralph Alessi als ergänzendem Melodieführer an der Trompeter (in der finalen "Deep Conversation" ebenfalls am E-Bass) hat Sauter herausfordernde Mitreisende für seine Kompositionen in den Bandwaggon geholt, in dem der Klang der Fender Rhodes von Luzius Schuler die Richtung bestimmt. Man darf sich wohlig an jene damals revolutionäre Jazz-Zeit der Trompeten-Ikone erinnern, wie sie etwas der brodelnde Sound der "Bitches Brew" damals hervorrief, der heute nach wie vor einen frischen Eindruck zwischen zeitloser Aufbruchsstimmung und Nostalgie hinterlässt, Ralph Alessi gelingt es dabei auf subtile Weise, bei der Premiere des Quartetts - als durchaus würdiger moderner Nachfahre jener Miles-Ära - die finalen Farbtöne zu setzen. (tho)
Concerto 01 / 2015, 4 von 5 Sternen

"Eigentlich ist er studierter Jazzgitarrist. Aber Tomas Sauter führt ein Doppelleben. Das lebt der Schweizer genüsslich aus. Denn auf "Double Life" (Catwalk/Haromnia Mund) spielt Sauter ausschließlich auf dem E-Bass. Und überzeugt dabei als melodiöser Pulsgeber von einem Dutzend eigener Songs. Samtig und tänzerisch sind seine Linien. Mit seinem Quartett spielt der Mann aus Zürich einen erfrischenden, groovegeladenen und dabei doch oft auch entspannten FusionJazz mit Klasse." (cg)
Recklinghäuser Zeitung / D, 03.02.2015
 
Den Schweizer Tomas Saurer kannte man bisher als dezent dynamischen Gitarristen. Nun springt er aus der alten Ordnung und erweist sich als formidabler E-Bassist, der seinem Faible für den verflossenen Jazzrock à la Joe Zawinul und Miles Davies die Sporen gibt. Das ist die eine Überraschung dieser herrlich durchpulsenden Quartett-CD. Die andere ist, dass sich der bis dato eher introvertiert neue amerikanische Trompeterstar Ralph Alessi in diesem Kontext hörbar wohlfühlt. Geschmeidig lässt der Newcomer Luzius Schuler das Fender Rhodes perlen, wozu der Bass marschiert, die Richtung gibt un darunter Drummer Dominik Burkhalter seine Rhythmen schichtet. Nostalgie ist das auch. Viel mehr aber noch ein schönes Update einer inzwischen historischen Musik für die Clubs von heute. (uste)
Leipziger Volkszeitung / D, 24./25.01.2015

"Double Life" wirkt im ersten Moment kühl und lässig, was damit zu tun hat, dass die Musik ausgesprochen Groove-betont ist. Gleichzeitig, und deshalb lohnt sich ein genaueres Hinhören, passiert zwischen den Protagonisten sehr viel Spannendes, wobei sich insbesondere das Mittun von [Ralph] Alessi als Glücksfall erweist."
Jazz N' More / CH, 01/02 2015

"Sich als Rückgrat im Hintergrund zu bewegen und die Band zusammenzuhalten, erfordert halt eine andere Herangehensweise. Auf dem Sauterschen Fundament breitet der junge Keyboarder Luzius Schuler seine variantenreichen Sounds und Muster aus und Ralph Alessi stählt die Atmo mit kühler Trompete. Manches erinnert an das Miles-Davis-Gebrodel der frühen 1970er, lakonische Sci-Fi-Soundtracks und frühen Funk, bei dem der Dummer Dominik Burkhalter die Retro-Kiste jedoch draußen lässt."
Jazzting / D, 02/03 2015

The immediate impulse is to press replay
Tomas Sauter, known heretofore as a fine guitarist, leads a quartet—Ralph Alessi, trumpet and bass; Luzius Schuler, electric keyboards; Dominik Burkhalter, drums—as an electric bassist on the intriguing album, Double Life.
For those who are always looking for, and expecting, new sounds, this session will shock in how retro it sounds. The overall vibe is, superficially, 'soft groove' atmospheric background music projecting the image of low lights, glasses of wine and an overstuffed sofa—and it can be listened to in that way. The tunes/themes/grooves are simple harmonically, usually starting with a section which oscillates between two tonal areas supported by repetitive bass figures and light drumming, overlaid with electric keyboard or trumpet solos, leading to a turnaround and starting over. The overall energy level is low, tempos are moderate with just enough bump to tap your foot, and the drumming is unobtrusive.

However, the description above, which might indicate less than engrossing music (who needs Barry White lite?), is only a deception and listening a little more deeply uncovers layers of deeper musicianship.

First, the sound that Sauter uses as his bass voice is sharp, centered and the antithesis of flabby, but with a deep overdrive zip. Second, the bass vamps many times use phrase lengths that play against the meter, complicating the rhythmic feel; the downbeat of the bass line intro of "Heat Conversion" cannot be found until everyone else has entered. Third, Sauter is just as sensitive a player on the bass as he is on guitar, and manages to float, doing some quite complicated fingering at times, while he provides a deep bottom for Schuler and Alessi.

Both Alessi's and Schuler's solos jump in and out of both the rhythm and the harmony enough to surprise the ear without shaking the free from the groove. For his part, Burkhalter plays lightly, but incisively, providing an infectious rhythmic groove without being overbearing.
Quite a few tracks have melodies that will stick in the mind and the cumulative effect is to be drawn in, slowly but surely. The flame of intensity is of a slow burn, of glowing embers, rather than that of a blowtorch. A standout track is "As Night Falls" which is pure sound painting, with Alessi atmospherically floating above a somewhat ominous bass line that is softened by luxurious keyboard harmony. Alessi originally studied bass as well as trumpet and "Deep Conversation" finds Alessi joining Sauter on bass in an improvised musical discussion which is a most appropriate ending.
The album's hour playtime flies by without a moment that feels rushed, and the immediate impulse is to press replay, to listen more closely, if not to let the grooves do their work.
Budd Kopman, Jazzpublisher, All about Jazz / US, 12.2014